Welche Regeln für Absenderkennungen gelten
Der GSM-Standard begrenzt die Absenderadresse einer SMS auf 11 Zeichen, wenn sie alphanumerisch ist, und auf 15 Ziffern bei einer Rufnummer im internationalen Format (E.164). Das sind harte technische Grenzen: Längere Kennungen werden gekürzt oder abgelehnt, bevor sie ein Handy erreichen.
Dazu kommt die Politik jedes Marktes. Manche akzeptieren jeden Markennamen, andere nur registrierte Namen; manche lehnen numerische Absender ab, andere unterstützen gar keine alphanumerischen. In den USA laufen A2P-SMS über 10DLC-Nummern, gebührenfreie Nummern oder Kurzwahlen, nie über einen Markennamen.
- Alphanumerisch: bis 11 Zeichen; Buchstaben A–Z und Ziffern, mindestens ein Buchstabe.
- Langnummer: bis 15 Ziffern im internationalen Format, ohne Leerzeichen oder „+“ im Absender.
- Kurzwahl: meist 3 bis 8 Ziffern, vergeben je Land und Netzbetreiber.
- Unkritische Satzzeichen: Bindestrich und Punkt. Leerzeichen, „&“, „_“, Umlaute und Akzente werden oft entfernt oder abgelehnt.
Golfstaaten und Nahost: Registrierung, AD-Präfix, Dauer
Am Golf wird die Kennung vor der ersten Nachricht registriert; nicht registrierte Namen werden blockiert oder durch einen generischen Absender ersetzt. Unsere Recherche für 2026 zeigt:
- VAE (TDRA): Registrierung Pflicht, eine Kennung pro Unternehmen und Anwendungsfall, 5–7 Werktage; Werbeabsender brauchen das Präfix „AD-“; Werbe-SMS sind von 21:00 bis 07:00 untersagt.
- Saudi-Arabien (CST): Registrierung mit Freigabe durch CST und Netzbetreiber, 5–10 Werktage; Werbung untersagt von 22:00 bis 09:00, im Ramadan von 01:00 bis 12:00. Netzbetreiber registrieren Werbeabsender mit dem Suffix „-AD“.
- Katar (CRA): Registrierung Pflicht, 5–7 Werktage; Direktwerbung von 21:00 bis 09:00 untersagt.
- Kuwait (CITRA), Bahrain und Oman (TRA): eine Kennung pro Anwendungsfall und Unternehmen, 5–10 Werktage.
- Ägypten (NTRA): Freigabe durch NTRA und Netzbetreiber, 7–14 Werktage. Auch Jordanien, Libanon, Irak und Marokko verlangen eine Registrierung.
- Arabische Kennungen werden am Golf akzeptiert, für internationale Marken sind lateinische Buchstaben aber die sicherere Wahl.
Warum Absenderkennungen abgelehnt werden
Die meisten Ablehnungen haben vermeidbare Gründe. Wer sie vor der Einreichung behebt, spart einen kompletten Registrierungszyklus von ein bis drei Wochen.
- Mehr als 11 Zeichen, oder das AD-Präfix schiebt einen langen Markennamen über das Limit (mit „AD-“ höchstens 8 Zeichen für die Marke).
- Gattungsbegriffe wie INFO, SMS, OTP, ALERT, BANK oder VERIFY statt einer erkennbaren Marke.
- Ein Name, der nicht zu den eingereichten Unternehmensunterlagen passt.
- Sonderzeichen, Emojis, Leerzeichen oder gemischte arabische und lateinische Schrift.
- Werbung über eine Transaktionskennung oder umgekehrt: Die meisten Regulierer verlangen eine Kennung pro Anwendungsfall.
Deutschland, DACH und weitere Märkte
In Deutschland gibt es keine formelle Registrierung bei der Bundesnetzagentur: Die Netzbetreiber schalten Marken laufend frei, alphanumerische Kennungen bis 11 Zeichen und Langnummern sind möglich, für Transaktionsverkehr werden numerische Absender bevorzugt. In der Schweiz legen die Netzbetreiber die Vorgaben fest, ohne feste Bearbeitungsfrist. Für Marketing gilt das Double-Opt-in, und STOP muss netzweit funktionieren.
Indien verlangt, jeden Header samt jeder Vorlage auf der DLT-Plattform zu registrieren; die Netzbetreiber vergeben derzeit 6-stellige Header (Buchstaben für Transaktion und Service, Ziffern für Werbung), und das Netz hängt -P, -S, -T oder -G an. Australien und Irland führen nationale Register und markieren nicht registrierte Kennungen als „Unverified“ bzw. „Likely SCAM“; Spanien hat das CNMC-Aliasregister am 15. September 2026 verpflichtend gemacht. Die Tabelle unter dem Tool sortiert alle 77 Länder nach Dauer.
Woher die Daten stammen
Die Regeln stammen aus der eigenen Regulierungsrecherche von BroadNet, geprüft zwischen dem 29. September und dem 1. Oktober 2026, mit Link zur veröffentlichten Quelle jedes Regulierers. Weil sich Anforderungen kurzfristig ändern, bestätigen wir die aktuellen Regeln für Ihre Kennung beim Onboarding. Ihre Eingaben werden nirgendwohin gesendet: Das Tool läuft vollständig im Browser.
